Dienstag, 22. August 2017

Kern- und Randvokabular – was sind Fokuswörter?



Bestimmt stellt ihr euch auch immer wieder die Frage, welche Wörter für eine Kommunikationshilfe wichtig sind und ob mit diesen ausgewählten Wörtern eine Kommunikation zufriedenstellend möglich sein wird. Diese Entscheidung verlangt genaue Überlegungen, denn schließlich tragen wir (Eltern, Lehrer, Erzieher, Therapeuten…) die Verantwortung, dass der Nutzer mit seiner Hilfe  im Alltag stets „die richtigen Wörter“ finden und nutzen kann.
Zum Thema „Kern- und Randvokabular“ gab es im Jahr 2007 ein Forschungsprojekt an der Uni Köln von Prof. Dr. Jens Boenisch und Dr. Stefanie K. Sachse. Dabei wurden Kommunikationsordner und verschiedene Kommunikationstafeln entwickelt, die Kern- und Randvokabular beinhalten. (siehe unten *1) Das Konzept des „Zielvokabulars“ wurde von Gail van Tatenhove im Jahr 2008 entwickelt und 2011 von S. Sachse und M. Willke durch das Thema „Fokuswörter“ ergänzt. (*2)
Beide Ansätze sind heute in der Unterstützten Kommunikation (UK)  eng miteinander verknüpft und sollten bei der Erstellung eines Wortschatzes Berücksichtigung finden.
Kleine Wörter mit großer Bedeutung!
Die sogenannten kleinen Wörter sind die Wörter des Kernwortschatzes: Jeder benutzt sie ständig  – sie machen 80% unserer Sprache aus – und das unabhängig vom Alter des Sprechers, des Themas, der Bildung und unabhängig von einer Behinderung. Dieser Kernwortschatz umfasst etwa 200 – 300 Wörter:
  • Artikel: der, die, das, ein, eine…
  • Hilfsverben:  haben, machen, möchten, können, sein…
  • Pronomen:  ich, du, er sie, es, wir, ihr, sie, mir, mein…
  • Konjunktionen: aber, oder, als, und, weil, denn, wenn…
  • Adverbien: auch, allein, fast, fertig, genug, hier, immer, jetzt, nie, nochmal, sehr, so, weg, zusammen…
  • Fragewörter: wie, was, wann, wo, wie, warum…
Die Ausdrucksmöglichkeiten mit diesen kleinen Wörtern sind vielfältig. Sie füllen und steuern ein Gespräch und je nach Kombination drücken sie etwas anderes aus, z. Bsp. „ich kann dies nicht“, „ich kann nicht“ „kannst du das nicht„, „ich will nicht nochmal“, „du nicht“, „warum nicht“…
Beispiel-Dialog:
A: „Was machst du am Wochenende?“
B: „Ich weiß noch nicht. Und du?“
A: „Ich möchte ins Kino gehen. Möchtest du das auch?“
B: „Ja, das ist eine gute Idee! Das möchte ich auch!“
Dieser kurze Dialog besteht aus 30 Wörtern. Davon sind 26 aus dem Kernvokabular und nur 4 Wörter (Wochenende, Kino, gehen, Idee) aus dem Randvokabular. Das Randvokabular umfasst themenspezifische Wörter, sie sind also inhalttragend und bestehen meist aus Substantiven, Verben und Adjektiven. Also egal, über was wir uns unterhalten: über das Wetter oder über Erlebtes bei der Arbeit oder über einen Kinofilm – wir benutzen dabei hauptsächlich  Wörter aus dem Kernwortschatz.

Wie sieht das bei Kommunikationshilfen aus?
Es war lange Zeit und ist teilweise auch noch heute üblich, dass in Kommunikationsmappen und auf elektronischen Geräten hauptsächlich Substantive, Verben und Adjektive zu finden sind, also themenspezifisches Randvokabular. Diese Wörter lassen sich leicht bildlich und somit verständlich mittels Fotos oder Bildsymbolen darstellen.
Die kleinen Wörter dagegen wurden häufig weg gelassen, da sie nicht-bildproduzierend sind. Sie werden somit über abstrakte Bildsymbole dargestellt (z. Bsp. über Metacom-Symbole oder PCS-Symbole). Diese sind jedoch für den Nutzer nicht sofort verständlich und müssen regelrecht gelernt und eintrainiert werden.
Foto zum Kommunikationsordner mit Kern- und Randvokabular nach dem Vorbild der „Moheco-Mappe“.
Wie sieht das in der normalen Sprachentwicklung aus?
Kleine Kinder erwerben ihre Sprache und Kommunikationsfähigkeit ganz anders als ein unterstützt kommunizierendes Kind. Kommunikation wird ihnen von den Eltern nicht beigebracht oder besonders geschult, sondern entwickelt sich im alltäglichen sozialen Miteinander in der Familie und später in der Kindertagesstätte. Schon das kleinste Kind bekommt täglich einen großen sprachlichen Input: Die Eltern sprechen mit dem Kind – das Kind hört andere sprechen – es hört vielleicht auch Sprache vom Radio, vom Fernseher. Vom ersten Tag an hört es etwa 4000 Wörter täglich und beginnt nach 1 – 2 Jahren die ersten wenigen Wörter selbst zu sprechen. (*3)
Modelling in der Unterstützten Kommunikation
Die Wörter des Kernvokabulars dürfen unterstützt kommunizierenden Menschen nicht vorenthalten werden, nur weil sie auf bildhafter Ebene  schwer verständlich darstellbar sind. Hier setzt beim Üben mit der Kommunikationshilfe das sogenannte „modelling“ ein, das heißt, dass das Umfeld des Nutzers auch die Kommunikationshilfe benutzt und entsprechend zeigt und vormacht, wo die entsprechenden Wörter zu finden sind, wie kleine Sätze formuliert werden können. (*3)
Das heißt, dass der Kommunikationspartner das Verhalten des UK-Nutzers versprachlicht wie z. Bsp. „Ich glaube du möchtest sagen“ und zeigt auf das Bildsymbol „Ich finde das ist super!“ (*3)
„Viele UK-Angebote unterscheiden sich also von der Art und Weise wie sich Kommunikation eigentlich entwickelt, weil UK sich im Gegensatz zu Lautsprache nicht von alleine entwickelt und somit eine künstliche Form der Kommunikation darstellt. Hinzu kommt, dass die Kommunikationspartner des UK-Nutzers die UK-Sprache selbst nicht als Muttersprache sprechen  und die Verwendung für sie vergleichbar ist mit einer Fremdsprache, die sie oft selbst erst erlernen müssen.“ (Zitat *3)
Was sind Fokuswörter?
Gail van Tatenhove hat 2008 vorgeschlagen, über mehrere Jahre einen (Ziel-) Wortschatz zu erarbeiten, der vor allem aus  sogenannten „kleinen Wörtern“ (= Kernvokabular), aber auch aus häufig benutzten Wörtern des Randvokabulars  besteht. Dieses Zielvokabular ist in der folgenden Tabelle nach Kommunikationsfunktionen geordnet. Dadurch können die Wörter leichter in lebenspraktischen Übungen verwendet, bzw. mit der entsprechenden Kommunikationsform (z. Bsp. Bildsymbole, Gebärden) geübt und eintrainiert werden.
Aus diesem Zielvokabular rücken nach und nach 5 – 6 Wörter in den „Fokus“ und werden in  einem festgelegten Zeitraum als Fokuswörter in verschiedenen Situationen konsequent verwendet. Nach diesem Zeitraum wird evaluiert und im Team entschieden, ob die gleichen Wörter über einen weiteren Zeitraum verwendet werden oder ob bereits erste Erfolge der Nachahmung, bzw. eigener Anwendung beobachtet werden konnten. (*2)
S. Sachse und M. Willke haben im Jahr 2011 folgende Fokus-Wortreihen und entsprechende Kommunikationsfunktionen vorgestellt:
Vorschläge, wie Kernvokabular / Fokuswörter ganz praktisch geübt werden können
Ganz klar ist, dass die Anwendung des Kernvokabulars durch konsequente Übung dauerhaft gefestigt werden muss. Am besten gelingt dies, indem der unterstützt Kommunizierende die Wirksamkeit der Sprache in unterschiedlichen Situationen aktiv erleben kann. Kinder lernen beim gemeinsamen Spiel in der Interaktion mit einem Gegenüber und durch Vormachen des Gegenübers. Das heißt: Wir spielen und wir sind Models! Das gezielte sprachliche Angebot wird vom Therapeuten kindgerecht und lebensnah immer wieder in unterschiedlichen Kontexten angeboten. Dabei können die Kommunikationsfunktionen mit berücksichtigt werden (siehe Tabelle mit 12 Modulen von Gail van Tatenhove und die Fokuswortreihen von S. Sachse/M.Willke).  Die Auswahl orientiert sich an den jeweiligen Interessen und dem Entwicklungstand der Person.
Fingerspiele, Kniereiter, Lieder, Spiele und Bilderbücher für die Kleinsten
bieten sich an, erste wichtige Wörter aus der Fokus-Wortreihe (Kommunikationsfunktion „Erstes Steuern von Aktivitäten“ zu üben: „nochmal“, „fertig“ oder „nicht“, z. Bsp. mit Gebärden: Willst du nochmal singen, schauen, spielen… Das Kind darf entscheiden und wir benennen/gebärden entsprechend „wir spielen nochmal“ oder „wir sind fertig“ oder „wir spielen nicht“. Dabei können wir Kärtchen mit den drei Bildsymbolen verwenden,  und nach der Entscheidung des Kindes entsprechend zeigen und z. Bsp. auf eine Filztafel kletten.
Memory und Bilderlotto
mit selbst hergestellten Symbolkärtchen mit Kernvokabular. Damit wird vor allem die Wahrnehmung geschult, da immer zwei gleiche Symbole gefunden werden müssen.
Layoutvorlagen für Office-Programme  findet ihr auf der DVD von Annette Kitzinger.
Die Besonderheit dieser Symbolsammlung ist, dass es 312 Symbole zur Kategorie „kleine Wörter“ gibt.
Bingo
Da dieses Spiel allen Altersstufen mit und ohne Beeinträchtigung großen Spaß macht, schreibe ich hier eine vereinfachte Bingo-Regel:
Zu jedem Spiel gehören einzelne Bildkärtchen zu den Begriffen und 5 Bingo-Seiten (für 5 TN) mit jeweils 4 mal 4 unterschiedlich angeordneten Begriffen.
Die laminierten Kärtchen liegen in einer Schachtel. Jeder Mitspieler erhält ein Bingo-Blatt und kleine Spielsteine (z. Bsp. Glas-Nuggets oder Muggelsteine). Bingo-Blätter so verteilen, dass der Nachbar ein anderes Blatt (wahlweise Bingo 1-5) erhält. Das verhindert das Abgucken und erhöht die Spannung. Der Spielleiter zieht jetzt ein Kärtchen aus der Schachtel und zeigt es reihum und benennt es, evtl. mit Gebärde. Alle Mitspieler suchen nun auf ihrem Blatt diesen gleichen Begriff. Wurde das Wort auf dem Bingo-Blatt gefunden, wird ein Spielstein darauf gelegt. Der Spielleiter zieht wieder ein Kärtchen und zeigt es, benennt es usw. Wer als erster eine ganze Reihe (waagrecht oder senkrecht) mit Steinchen belegt hat ist der Sieger in dieser Runde.

Brettspiel „Alle würfeln mit“ von Marcel Feichtinger
Die eigentliche Idee die hinter diesem schönen Spielbrett aus Holz steht: ein zweckfreies Gesellschaftsspiel,  für alle Altersstufen geeignet, ungeachtet der sprachlichen, körperlichen oder kognitiven Fähigkeiten.
Es ist möglich, dieses Spiel selbst zu einem Lernspiel für Unterstützte Kommunikation weiter zu entwickeln. So kann u.a. auch das Thema „Kernvokabular“ durch entsprechende Gestaltung der Blanko-Würfel berücksichtigt werden und gemeinsam auf spielerische Art geübt werden. Nähere Informationen dazu:
http://www.alle-wuerfeln-mit.de/
Bilderbücher
Zum Beispiel von Eric Carle mit wiederkehrenden Texten:
                                      
Wörter: ich, sein, können, du, das, auch                 Wörter: allein, wollen, wir, sein, nein
Bilderbuch-Listen mit weiteren geeigneten Bilderbüchern findet ihr auf folgender Seite:
http://www.ukcouch.de/
Kennt ihr schon die Bücher vom kleinen Geist? Sie sind gespickt mit Kernvokabular, also mit Wörtern, die im Alltag ganz oft verwendet werden. Auch diese findet ihr zum Kaufen auf der Internetseite ukcouch.de und  einige sogar zum kostenlosen Download und selbst herstellen (ausdrucken, laminieren und zusammenfügen).
Weitere Ideen auf den beiden Facebook-Seiten:
„Unterstützte Kommunikation“   und „Unterstützte Kommunikation (UK)“
Hier findet ihr immer wieder tolle Ideen rund um UK und auch speziell zu den „kleinen Wörtern“ und den „Fokuswörtern“:
https://www.facebook.com/groups/unterstuetztekommunikation.uk/
Auf dieser Seite muss vor Beitritt die Gruppenbeschreibung gelesen und die Gruppenadministration kontaktiert werden (per PN).

Spiele zum Kaufen von Ana Holenstein-Wyrsch
Die Spielesammlung  „Der Elefant“ liefert Ideen für eine Kommunikationsförderung, die am Kernwortschatz ausgerichtet ist. Die 25 Spiele sind nach Kommunikationsfunktionen geordnet, und die Zielwörter jedes Spiels sind als Metacom-Symbole dargestellt. Sie sind konzipiert für die Kölner Kommunikationstafeln, eignen sich aber für alle Formen von Unterstützter Kommunikation.
Mit den Karten- und Würfelspielen „Das Krokodil“ werden Wörter aus dem Kernwortschatz entdeckt und geübt. Die sieben Spiele sind anschaulich beschrieben, die Zielwörter jedes Spiels sind als Metacom-Symbole dargestellt. Es liegen leere Spielkarten bei, welche mit Symbolen von selbst gewählten Wörtern beklebt werden können.
Nähere Informationen können auf der Internetseite von Ana Holenstein-Wyrsch nachgelesen werden:  http://kleinewoerter.ch/
Für Fragen und Anregungen: holenstein-wyrsch@bluewin.ch
Direkter Link zu beiden Spiele-Sammlungen im Online-Shop der Forschungs- und Beratungszentrum gGmbH Köln:
http://shop.fbz-koeln.de/epages/es10593980.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es10593980/Products/172

Bestimmt kennt ihr noch weitere tolle Ideen rund um das Thema Kernvokabular!
Ich freue mich auf eure Beiträge hier im Blog!
Abschließend danke ich euch für euer Interesse  und freue mich, wenn ihr diesen Artikel weiter empfehlt!

Samstag, 19. August 2017

Mein Tag bei meinem Freund mit Metatalk

  
Ich habe heute fleißig mein Metatalk in Verwendung, um mit meinem Freund zu kommunizieren und ihm alles was ich sagen und erzählen möchte weiterzugeben und zu vermitteln. Ich finde das mein Freund mich dadurch auch immer besser versteht.  Ein Beispiel dafür ist, ich habe ihm heute per Metatalk gesagt, dass ich trainieren möchte mit seinem "Motomed" und dies hat er perfekt verstanden und umgesetzt.

Ich konnte ihm auch viele Dinge erzählen.

Freitag, 18. August 2017

Zeig es sag es Bildwörterbuch

Wir sind schon sehr gespannt, denn in einem Monat erscheint unser nächstes Buch!
"Zeig es, sag es!" von Annette Kitzinger und Sabina Lange ist ein Bildwörterbuch (METACOM Symbole) mit über 2600 Begriffen. Die Begriffe sind nach Themen geordnet und umfassen die wichtigsten Bereiche des täglichen Lebens. Durch die verschiedenen Farben am oberen Rand der Bildseiten und im Inhaltsverzeichnis können die Themen leicht gefunden werden. Das Buch eigenet sich ideal für den Bereich der Unterstützten Kommunikation sowie für Personen, die Deutsch lernen, aber auch als Nachschlagewerk für Grundschulkinder.
Das Buch kann ab sofort hier vorbestellt werden:

Mittwoch, 16. August 2017

Mittwoch ist Therapie Tag

Ich suche mir mit dem I Pad aus welche Therapie ich machen möchte
das klappt schon super

Sonntag, 13. August 2017

Meine Geschichte mit Unterstützter Kommunikation



Mein Name ist Anja Katteneder. Ich wurde am 15.9. 1993 als Frühchen geboren. Durch meine um den Hals gewickelte Nabelschnur, erlitt ich einen Sauerstoffmangel. Am Anfang entwickelte ich mich wie alle anderen Babys. Mit 9 Monaten wurde die Diagnose Spastische Tetraplegie gestellt. Das hatte zur Folge, dass ich im Rollstuhl landete. Meine Kindergartenzeit verbrachte ich in einem Integrationskindergarten. Mit 7 Jahren begann meine Volksschulzeit. Auch hier war ich in einer Integrationsklasse. Mit mir in der Klasse waren 2 Mitschüler, die Schwierigkeiten beim Sprechen hatten.


UND HIER BEGANN MEINE LAUFBAHN MIT UNTERSTÜTZTER KOMMUNIKATION

Die Lehrkräfte taten sich bei der Verständigung mit den beiden Schülern teilweise sehr schwer. Ich beobachtete meine Mitschüler sehr lange, und konnte dadurch herausfinden, was sie sagen wollten.
Ein Schüler bekam nach einiger Zeit eine Mappe mit seiner eigenen Gebärdensammlung. Die andere Klassenkameradin kommunizierte auf ihre eigene Art und Weise. Schon damals fiel auf, dass ich sie viel öfter verstand als die anderen. Ich fungierte als „Dolmetscher“. Nach meiner Hauptschulzeit begann ich eine 3 Jährige Computerausbildung im Virtual Office. Auch hier hatte ich einen Kollegen, der sich lautsprachlich nicht ausdrücken konnte. Ich durfte auch während meiner Ausbildungszeit mein Talent immer wieder zeigen. Meine Trainer waren auch hier begeistert, wie ich meine besondere Gabe bei meinem Kollegen einsetzen konnte. Ich kommunizierte mit einer Mohecco-Mappe mit ihm. Spätestens da war mir klar, dass ich irgendwann irgendwas mit
Unterstützter Kommunikation machen will. Nach den 3 Jahren wechselte ich ins Digitalservice von ASSISTA. Auch hier hatte ich wieder einen Arbeitskollegen, der nicht sprechen konnte. Anfangs unterhielten wir uns mit einer Worttafel und mit einem elektronischen Hilfsmittel. Dieses Hilfsmittel wollte mein Kollege nach einiger Zeit nicht mehr verwenden, weil ich ihn auch ohne verstand. Zwischenzeitlich informierte ich mich gezielt über UK. Ich wollte diese Methode selber testen und besorgte mir ein I Pad mit der APP METATALK. Bei meinem I Pad ist die Oberfläche mit Symbolen gestaltet. Ich verwende diese Möglichkeit zu kommunizieren, wenn ich mich in einer Stresssituation befinde. In der App sind 2000 Wörter, die zu verschiedenen Themen geordnet sind.
Je mehr ich mich mit Unterstützter Kommunikation beschäftigte, reifte bei mir der Wunsch, diese Thematik auch beruflich zu nutzen . ich nahm an vielen Workshops zu den unterschiedlichsten UK-Themen teil. Unter anderem besuchte ich auch den ISAAC Einführungskurs für Unterstützte Kommunikation. Ich hielt auch schon an mehreren Schulen Vorträge ab, um das Thema UK bekannter zu machen. In einer Behindertenwerkstätte absolvierte ich ein 2-wöchiges Praktikum, wo auch mehrere Mitarbeiter auf UK angewiesen waren.  Ebenfalls machte ich an einer Schule für mehrfach beeinträchtigte Kinder 2 Wochen im Unterricht mit.
Bei LIFEtool durfte ich auch bei einigen Beratungen dabei sein.

LIFEtool ist eine tolle Beratungseinrichtung für Menschen, die irgendein Hilfsmittel zum Kommunizieren benötigen.

Zurzeit habe ich einen Stammtisch für UK-Nutzer ins Leben gerufen. Wir treffen uns 1 mal im Monat für 2 Stunden. Hierbei haben die Menschen, die auf UK angewiesen sind, die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen.

Für meine persönliche Zukunft wünsche ich mir, dass ich weitere Projekte verwirklichen kann.

ICH HABE NOCH VIELE IDEEN !!!

Weitere Infos erhält ihr auf meinem Blog
Anjas kreative Welt mit Unterstützter Kommunikation



Samstag, 12. August 2017

Die erste Kommunikatons-App mit Metacom-Symbolen für Android „Furdy“

Über Facebook bin ich auf diese relativ neue App für Unterstützte Kommunikation aufmerksam geworden. Link zum Google-Play-Store hierDiese App kostet als Vollversion € 199,99 und ist mit Metacom-Symbolen ausgestattet. Sie wurde in Kooperation zwischen dem Studiengang „Barrierefreie Systeme“ der Frankfurt University und der Tagesförderstätte für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung Unterfranken (TAU) entwickelt.
Furdy ist eine App für Android-basierte Tablets, zur Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben. Die Vollversion beinhaltet alle METACOM Symbole, einen Tagesplaner, Talker, Timer, Arbeitspläne, Lärmampel, uvm.
Es gibt auch eine  „Furdy-Testversion“, diese kann über 5 Tage kostenlos ausprobiert werden, enthält jedoch nur 2 Symbole je Kategorie und wurde optimiert für Tablets ab 7″.
Die Talker Funktion ist auch als separate App erhältlich
Da oft nur eine App mit Talkerfunktion gewünscht wurde, gibt es die Funktion als eigene App im Google Play Store und kostet € 149,99. Furdy Talk beinhaltet, wie die Vollversion, alle der knapp 8000 METACOM Symbole und den vollen Funktionsumfang. Zitat aus der Homepage: „Es können eigene Karten erstellt werden, die dann zu einem Talkerboard zusammengefügt werden können. Favoriten für oft verwendete Karten können erstellt und bearbeitet werden und jedem Symbol kann entweder ein Text inkl. Text to Speech Sprachausgabe, oder eine selbst aufgezeichnete Sprachausgabe zugewiesen werden. Furdy Talk ist mit allen erhältlichen Android Versionen und Geräten kompatibel.“
Einige Funktionen der Vollversion als Mini-Apps für Smartphones kostenlos
Neben der Furdy Vollversion und Furdy Talk, welche für Tablets entwickelt wurden, wurden einige der Funktionen für Smartphones optimiert und diese gibt es kostenfrei im Google Play Store an.
Furdy mini beinhaltet die Arbeitsplan-Funktion ohne Metacom-Symbole.  Bei dieser Funktion werden Fotos erstellt und mit einer Anweisung versehen. Die Anweisung kann als Text oder als selbst eingesprochene Sprachaufnahme erstellt werden.
Furdy Text ist die Texteditor-Funktion der Furdy Vollversion. Geschriebene Texte können als Sprachausgabe wiedergegeben und als Textdatei gespeichert werden.
Furdy Play ist der Sprachrekorder der Vollversion, optimiert für Smartphones. Furdy psst ist eine simple Lärmampel für Smartphones.
Furdy Time ist ein simpler, visueller Timer mit vier verschiedenen Signaltönen.
Diese und weitere Mini-Apps können kostenlos im Google Store erworben werden. Weitere Informationen können auf der Homepage nachgelesen werden.

Furdy Timer Für Android Tablets

Furdy Time ist die Timer-Funktion der Furdy Vollversion. Sie kann auf Smartphones und Tablets verwendet werden. Es handelt sich um einen visuellen Timer, ohne viel Schnick Schnack. Es stehen vier Signaltöne zur Verfügung.
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Furdy wurde zusammen mit einer Tagesförderstätte für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung entwickelt. Das ursprüngliche Ziel war es, die Qualität der Kommunikation zwischen Betreuern und Klienten verbessern. Furdy ist die digitale Version der klassischen Hilfsmittel. Es beinhaltet alle METACOM Symbole, einen Tagesplaner, Talker, Timer, Arbeitspläne, Lärmampel, uvm. Mit der steigenden Anzahl der integrierten Funktionen, stieg auch die Anzahl der Anwendungsmöglichkeiten. Furdy ist sowohl in Einrichtungen, Werkstätten, Schulen, Alters/Pflegeheimen, Förderstätten und co. und natürlich im privaten Gebrauch einsetzbar.

Die Vollversion beinhaltet alle Funktionen inklusive der ca. 8000 Metacom Symbole, welche alternativ zu Fotos zur Erstellung von Karten genutzt werden können. Jeder Karte wird eine Anweisung in Textform oder als aufgezeichnete Sprache zugewiesen. Diesen Karten werden unter anderem genutzt, um komplexe Aufgaben in einzelne, leicht zu verstehende Schritte zu zerlegen. Diese Schritte werden dann zu einem Arbeitsplan zusammengefasst. Arbeitsplan 'kochen': "Fülle 2 Liter Wasser in den Topf" , "Stelle den Topf auf den Herd", "Eine Prise Salz in das Wasser geben", usw. Zu jedem Schritt sieht der Benutzer das entsprechende Bild und hört die jeweilige Sprachausgabe.

Die Tagesplan-Funktion: Wie bei einem klassischen Tagesplaner werden alle für den Tag bestimmten Aktivitäten zu einem Plan zusammengefasst und über den Tag erledigt. 

Talker-Funktion: Funktioniert wie ein üblicher Talker, mit der Möglichkeit, eigene Boards aus den Metacom Symbolen und eigenen Fotos zu erstellen. Jedem Symbol wird eine Anweisung in Text- oder Sprachform zugewiesen, welche bei einem Klick ausgegeben wird.

Timer-Funktion: Ein visueller Timer, der die übrige Zeit farblich darstellt.

Ampel-Funktion: Eine digitale Lärmampel, welche die Umgebungslautstärke misst und in Form einer Ampel (Grün, gelb, rot) visuell darstellt. 

Neben den digitalisierten Hilfsmitteln, existieren weitere Funktionen, die in erster Linie zur Unterhaltung dienen, gleichzeitig aber auch die Fähigkeiten der Benutzer fördern sollen.

Eine Schlagzeug-Funktion trainiert Rhytmus,Taktgefühl, Motorik und Kombinatorik. 
Eine Sprachcomputer-Funktion ermöglicht das Verfassen und abspeichern von selbst geschriebenen Texten, die auch als TTS Sprachausgabe wiedergegeben werden können. Lesen, Schreiben und die Phonetik einzelner Wörter und Buchstaben werden den Benutzern nähergebracht. 
Eine Zeichenbrett-Funktion ermöglicht es, kreative Bilder zu zeichnen und diese abzuspeichern. 
Mit der Stimmenrekorder-Funktion kann gesprochenes aufgezeichnet und wiedergegeben werden,
bei der Klicker-Funktion müssen mehrere Buttons schnellstmöglich berührt werden und eine 
Quiz-Funktion bringt den Nutzern die Symbole inkl. ihrer Bedeutung näher und hilft ihnen dabei, sie sich einzuprägen. Zudem ist ein Stimmungsbarometer integriert, welches es den Benutzern ermöglicht, ihre aktuelle Stimmung für andere sichtbar zu machen.
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FURDY wurde durch eine Kooperation zwischen dem Studiengang „Barrierefreie Systeme“ der Frankfurt University und der Tagesförderstätte für Menschen mit Autismus Unterfranken (TAU) entwickelt. In stetigem Kontakt und enger Absprache mit dort angestellten Betreuern und regelmäßigen Testphasen der Applikation, wurde sie an die Ansprüche der Betreuer und natürlich der Klienten so weit wie nur möglich angepasst. 





Freitag, 11. August 2017

Sommer-Obst- Würfelspiel

Ich habe in der Arbeit gestern ein Sommer- Obst- Würfelspiel gebastelt

die Spielregeln dazu Sind :


  • Obstkärtchen auf dem Obstkorb verteilen 
  • jeder Spieler darf sich ein beliebiges Startfeld aussuchen. wer dran ist würfelt mit dem Zahlenwürfel und geht die entsprechenden Felder in eine Richtung (links oder rechts).  auf einem Obst angekommen darf man das jeweilige Obst aus dem Obstkorb nehmen.
  • wer auf dem gefüllten Obstkorb landet, darf sich eine Obstkarte aussuchen .
  • Das Spiel ist zu Ende, wenn keine Obstkarten mehr in der Mitte liegen .
  • Gewonnen hat, wer am meisten Obstkarten gesammelt hat .
weitere Ideen: 
  • von jeder Obstsorte muss genau eine Karte gesammelt werden 
  • auf dem gefüllten Obstkorb-Feld muss man eine Karte abgeben
  • die Obstsorten in Metatalk finden oder modeln
  • Obst mitbringen und essen 
  • Obstsalat herstellen 






ich habe noch ein kleines Video wie ich es mit meiner Assistentin gespielt habe 



geeignet ist das Spiel für fitte UK Nutzer die ihre Hände gut einsetzen können 

oder für UK Nutzer die es mit einer Bezugsperson oder Betreuungsperson es zusammen spielen











Donnerstag, 3. August 2017

Werkstätte Schladming Unterstützte Kommunikation

Schaut euch mal diesen Film über eine UK-mäßig sehr gut ausgestattete und aktive Werkstätte an - bravo Schladming!

Mittwoch, 2. August 2017

UK Postkarte

Ich habe Post erhalten von meiner Freundin Rett-Mädchen Isabella ich freu mich rießig danke dafür sie ist gerade auf Reha und schickt mir immer eine Karte ich liebe es wenn ich Post in meinem Postkasten habe






Isabella lebt mit dem Rett-Syndrom, verfügt über keine Lautsprache - dank Unterstützter Kommunikation  kann sie sich äußern und sie ist ein fröhliches Mädchen!

ihr könnt auch gerne mal bei  ihrem Blog  vorbei schauen http://isabella-online.blogspot.co.at/




Dienstag, 1. August 2017

Gratis Hörspiele


HörTipp: Internetseite mit kostenlosen Hörspielen für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren – hochwertig produziert mit berühmten Sprecherinnen und Sprecher ... Das Dschungelbuch, Die Schatzinsel, Robinson Crusoe, etc.